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Stau vermeiden: Straßennetze, die fließen

Stau nimmt dir in Tildown kein Geld weg und stuft nichts ab – aber er bremst deine Wohnhäuser und hält sie im schlimmsten Fall auf ihrem Level fest. Ein Haus, das nicht wächst, zahlt auch keine höheren Steuern. Wer versteht, wie die Pendler fahren, löst ihn meist mit ein paar gezielten Feldern statt mit einem teuren Großprojekt.

Verkehrsansicht in Tildown: Straßen nach Auslastung eingefärbt – meist türkis, einige bernstein, eine Brücke rot im Stau.

So entsteht Verkehr in Tildown

Jedes angebundene Wohnhaus schickt seine Arbeitskräfte zur Arbeit – das sind gut vier von zehn Einwohnern. Sie fahren auf dem kürzesten Weg zum nächstgelegenen Gewerbe- oder Industriegebäude im selben Straßennetz, und jedes Straßenfeld unterwegs zählt mit, wie viele Pendler darüber rollen.

Ein Feld gewöhnliche Straße trägt 400 Pendler, eine Hauptstraße das 2,5-Fache. Tippst du im Cursor-Modus eine Straße an, nennt dir das Spiel Fahrten pro Tag und Auslastung in Prozent – 400 Pendler stehen dort als rund 800 Fahrten, weil jeder hin- und zurückfährt.

Das Wichtigste für alles Weitere: Pendler wählen ihren Weg nach der Länge, nicht nach dem Verkehr. Ist die kürzeste Straße voll, bleiben sie trotzdem darauf. Ein Umweg, der für sie auch nur ein Stück länger ist, bekommt keinen von ihnen ab.

Die Verkehrsansicht richtig lesen

Die Verkehrsansicht öffnest du über den 🗺️-Knopf oben rechts und dort 🚦 Verkehr. Türkis heißt frei, Bernstein eng – ab 70 % Auslastung –, Rot Stau ab 100 %. Eine eigene Kontur markiert ein getrenntes Netz: Seine Häuser erreichen die Arbeitsplätze der übrigen Stadt nicht.

Für ein Wohnhaus zählt nur das am stärksten belastete Feld auf seinem Weg. Unter 85 % bremst der Verkehr gar nicht, darüber wächst das Haus langsamer, ab 100 % friert sein Level ein. Abgestuft wird wegen Stau nie, und Gewerbe und Industrie kennen überhaupt keine Stau-Bremse. Auch die Aufgaben, die staufreie Haushalte verlangen, ziehen die Grenze bei 85 %.

Wo genau es hakt, zeigt dir ein Tipp auf ein Wohnhaus: Das Spiel zeichnet den Pendelweg seiner Bewohner in denselben Farben ein, und das Gebäude-Panel nennt den Grund, etwa „wartet auf freie Straßen“ oder „wächst langsam – Verkehr stockt“. Die Grundlagen stehen im Verkehrs-Kapitel der Anleitung.

Typische Fehler, die Stau erzeugen

Das Tückische am einzelnen Zugang: Der Stau sitzt meist nicht im Viertel selbst, sondern dort, wo alle Wege zusammenlaufen – oft auf den letzten Feldern vor den ersten Läden oder Fabriken.

Günstig zuerst: Nähe, Raster, Hauptstraße

Nähe kostet nichts, denn Zonen zu widmen ist gratis. Verteil Gewerbe in kleinen Stücken zwischen die Wohnviertel, statt alle Arbeitsplätze an einem Ort zu sammeln – jedes Haus fährt zum nächsten Arbeitsplatz, und kurze Wege belasten wenige Felder. Industrie hältst du wegen des Smogs lieber etwas auf Abstand; Gewerbe qualmt nicht. Bis 10 Felder kostet dich der Pendelweg nichts, danach sinken Steuern und Wachstum des Hauses, bis sie bei 40 Feldern nur noch 55 % erreichen. Über Level 20 hinaus zum Stadtturm wächst ein Haus sogar nur, wenn sein Pendelweg höchstens 10 Felder lang ist. Wie du dabei die drei Sparten im Lot hältst, steht in den Tipps zum Gleichgewicht der Sparten.

Eine zweite Straße kostet 8 💰 je Feld. Gib großen Vierteln mehrere Zugänge und bau lieber ein Raster als eine einzige Durchgangsstraße. Liegt ein Haus zwischen zwei gleich kurzen Straßen, teilt es seine Pendler auf beide auf – eine Parallelstraße direkt an der Wohnreihe entlastet die volle Achse deshalb sofort.

Die Hauptstraße gibt es ab Kapitel 5 oder 3.500 Einwohnern: über das Hauptstraßen-Werkzeug oder mit einem zweiten Zug des Straßen-Werkzeugs über eine bestehende Straße. Sie trägt das 2,5-Fache und zählt nur halb zur Pendeldistanz. Ihr Preis je Feld wächst aber mit deinem Bauland und der Zahl deiner angebundenen Gebäude; was ein Feld heute kostet, steht in der Werkzeugleiste. Bau also nicht die ganze Achse aus, sondern die roten Felder, auf denen sich die Wege bündeln – oft reicht ein kurzes Stück.

Ein Nebeneffekt: Weil die Hauptstraße nur halb zählt, führen nach dem Ausbau oft mehr kürzeste Wege über sie. Sie zieht Verkehr aus den Nebenstraßen an – behalte danach die Straßen im Blick, die zu ihr hinführen.

Autobahn: für die weiten Wege

Ab Kapitel 8 oder 15.000 Einwohnern kommt die Autobahn dazu. Ihr großer Vorteil: Die Strecke auf der Trasse zählt gar nicht zur Pendeldistanz, ein fernes Wohnviertel rückt rechnerisch nah an deine Arbeitsplätze. Ein Feld trägt 3.000 Pendler je Fahrbahn – das 7,5-Fache einer Straße.

Billig ist sie nicht: 20.000 💰 je Feld und Fahrbahn, also 40.000 💰 je Feld der Trasse, dazu 120.000 💰 für jede Anschlussstelle, die immer als Paar entsteht. Gebäude versorgt sie nicht – sie verbindet Viertel, sie erschließt keine.

Eng wird es selten auf der Trasse, sondern an den Anschlussstellen: Sie tragen je Fahrbahn nur so viel wie eine Hauptstraße und brauchen eine Hauptstraße direkt daneben. Plane deshalb mehrere Anschlussstellen statt einer einzigen. Und führe die Trasse nicht direkt an schönen Wohnlagen vorbei – ihr Lärm senkt dort die Schönheit.

Die Bahn: lohnt sich über Entfernung

Ab Kapitel 9 oder 20.000 Einwohnern baust du Gleise und Bahnhöfe. Linien planst du nicht: Deine Pendler steigen von selbst um, wo die Schiene ihren Weg wirklich verkürzt. Die Fahrt auf dem Gleis zählt nicht zur Pendeldistanz, jeder Wechsel zwischen Straße und Schiene aber wie ein Feld Weg. Auf kurzen Wegen bringt das kaum etwas, über lange Strecken spart es dagegen viele Felder.

Setz die Bahnhöfe mitten in die Viertel, nicht an den Rand: Die letzten sechs Felder Straße vor dem Bahnhof gehen die Pendler zu Fuß und belasten sie nicht. Wer weiter weg wohnt, fährt das Stück davor mit dem Auto – dann steht womöglich die Zufahrt zum Bahnhof im Stau, und das Gebäude-Panel meldet „wartet auf freie Straßen zum Bahnhof“.

Rechne mit dem Preis: ab 40.000 💰 je Gleisfeld und 400.000 💰 je Bahnhof, und zwei Bahnhöfe sind das Minimum. Mehr dazu steht im Bahn-Kapitel der Anleitung – und wie du das Geld für solche Vorhaben zusammenbekommst, in den Tipps zum Geld.

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